Qualifizierung von Schimmelspürhunden

Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS e.V.) engagiert sich für Standards in der Qualifizierung von Schimmelspürhunden. Neben Prüfungen werden jetzt auch Seminare und Trainertage angeboten

Schimmelspürhunde können bei der Gebäudediagnostik zum Aufspüren von versteckten Schimmel-pilzschäden einen wichtigen Beitrag leisten. Durch ihren Einsatz müssen Bauteile nicht unnötig zerstört werden. Wenn eine Anzeige des Spürhundes vorliegt sollten Materialproben zur Überprüfung einer mikrobiellen Besiedlung genommen werden. Schimmelspürhunde können außerdem für vorsorgliche Begehungen eingesetzt werden, um versteckte Schimmelschäden ausschließen zu können. Mit der bundeseinheitlichen Zertifizierung baut der BSS eine Qualifizierungsstruktur für Schimmelspürhunde und ihre Führer auf. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Schimmelspürhund-Führer/innen und mit dem Umweltbundesamt wurde bereits eine Richtlinie zur Prüfung von Schimmelspürhunden erarbeitet.  2016 erweiterte die BSS-Spürhundgruppe unter der damaligen Leitung von Dr. Christoph Trautmann das Engagement und bot Seminare, Trainertage und die jährlichen Prüfung zur Zertifizierung von Spürhundteams an.

Übungen zum Stressabbau
Das neu angebotene Seminar will die Anforderungen der Schimmelspürhund-Prüfung vermitteln und Hundeführer und Hund eine Gelegenheit bieten, möglichem Prüfungsstress entgegenzuwirken. Das Seminar 2016 fand unter idealen Bedingungen in einem derzeit leerstehenden Gebäude des Umweltbundesamtes in Berlin statt. Neun Teams nutzten die Gelegenheit für ein intensives Training unter Prüfungsbedingungen. Sie kamen mit ihren Hunden aus ganz Deutschland und auch aus unterschiedlichen Branchen, wie Malerbetrieb, Bausachverständigenbüro oder waren Gutachter oder Polizeihundführer. Neben Markierungstraining mit Hilfe von Standardbehältern hatte die BSS-Spürhundgruppe fünf Parcours für die Teams aufgebaut. In den Parcours wurden die Hunde vor unterschiedliche Aufgaben gestellt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kulturen und Materialproben. Kulturen sind gut dazu geeignet, den Hund an seine Suchaufgabe „Schimmel“ zu gewöhnen. Materialproben, wie Wandputz oder Gipskarton werden im Labor „geimpft“. Diese realen Proben sind das beste Trainingsmaterial, um den Hund auf einen echten Spürauftrag vorzubereiten. Für jeden Parcour gab es auch einen Warteraum, so dass sich die Hunde nicht in die Quere kamen und nicht durch ihre Artgenossen abgelenkt wurden.

Samtpfote statt Kratzfuß
Trainiert wurde unter Anleitung der damaligen BSS-Schimmelspürhund-Prüfer Birgit Kolek, Katja Krauß und Matthias Griem auch das Anzeigeverhalten der Hunde. Wie trainiert man seinen Hund so, dass er statt aufgeregt zu kratzen, nur sanft die Pfote auf eine verdächtige Stelle legt? Und wie lernt der Hundeführer, den Anzeigen seines Hundes zu vertrauen? Die BSS-Trainer gaben in dem intensiven Tagesseminar, das sich ausdrücklich nicht an Neulinge, sondern an erfahrene Teams richtete, Tipps zum Detailtraining und Hinweise zur Trainingsverbesserung. Das Fazit der Teilnehmer war durchweg positiv, denn die Übungen waren sehr gut zum Stressabbau und zur Verbesserung im Anzeigeverhalten der Tiere geeignet.

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